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Heißluftmotor/Vakuummotor/Stirlingmotor/Thermoakustischer
Motor/Manson-Stirling
Vakuummotor-Flammenfresser
(09.2005 und 11.2009)
Das Wunsch, einen Stirlingmotor zu bauen, wurde bei mir geweckt, als
mir der Heißluftmotor aus meiner Kindheit mal wieder in die
Hände fiel. Damals war dieser Motor neben den sonst üblichen
Dampfmaschinen schon etwas besonderes. Es ist ein Rebi-Heißluftmotor
der in die Kategorie der Vakuummotoren (auch Flammenfresser genannt) gehört.
Leider hat dieser Motor aus dem Jahr 1952 die Zeit nicht so überlebt,
wie es hätte sein müssen. Die Gußteile (Zinkdruckguss)
des Motors wie Kurbelwellengehäuse mit Wasserkühlung sowie das
Schwungrad waren durch Zinkfrass ("Zinkpest") regelrecht zerbröselt.
Nur die Eisenteile wie Zylinder mit Kolben, Pleuel, sowie das Ein- und
Auslassventil und die Kurbelwellenlager waren in Ordnung. An Ersatzteile
zu denken war illusorisch, da die Firma Honsel KG (Hangelar/Siegkreis)
schon sehr früh die Produktion dieses Motors einstellte.


So ungefähr sah der Motor aus, bevor ich ihn restauriert
habe.
Also habe ich aus Messing die erforderlichen Gussteile "nachempfunden".
Sie wurden in mühevoller Handarbeit ausgesägt , passend gefeilt
und verlötet. Ja, was soll man machen, wenn man keine Fräsmaschine
hat. Es lebe die alte Handwerkskunst. Das Schwungrad habe ich allerdings
auf meiner Drehmaschine
angefertigt.
Dieser Rebi-Motor ist insofern eine Besonderheit, weil er sich sehr schön
über das Auslassventil (Video)
in der Drehzahl verstellen lässt, indem die Sprunghöhe des Flatterventils
eingestellt wird. Das Typenschild des Motors:
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Nachbau des Rebi-Heißluftmotors
(11.2009)
Da der Rebi-Motor wegen des Auslassventils ein schönes kerniges
Lanz-Geräusch hat, habe mich entschlossen, diesen Motor in modifizierter
Form nachzubauen.
Als Grundlage wurde der Flammenfresser von Bachmann herangezogen. Die
Kurbelwelle habe ich entgegen dem Bauplanvorschlag geteilt, nachdem sich
herausgestellt hatte, dass ohne Justierhilfsmittel kein vernünftiger
Rundlauf der Kurbelwelle zu erreichen ist, wenn sie, wie vorgesehen, zu
einer Einheit hart zusammengelötet wird.
Beide Kurbelwellenhälften müssen nun jeweils in zwei Kugellager
geführt werden. In eine Kurbelwellenhäfte wird ein Schlitz gefräst,
in den der Stift der anderen Kurbelwellenhälfte eingreift. Die Nockenscheibe
ist ähnlich geformt wie beim Rebi-Motor und der Zylinder erhält
einen Zylinderkopf mit Einlassschieber und Auslassventil (Flatterventil).
Der Arbeitskolben wurde aus Graphit hergestellt. Auf dem linken Bild sind
die Einzelteile aufgeführt, die rechten Bilder zeigen den fertigen
Motor. Die Nockenscheibe ist aus Messing, das kugelgelagerte Andrückrad,
der Einlassschieber, das Auslassventil und die Einlassschieberstange sind
aus Eisen.
Die Nocke habe ich übrigens ganz einfach hergestellt:
erst mal der Drehmaschine auf 21 mm rundgedreht, dann mit einer
Schablone einen großen Halbkreis so angerissen, dass sich später
ein Hub von ca. 6 mm ergibt, dann auf der Schleifmaschine den Halbkreis
grob vorgeschliffen und mit einer Feile den Rest sauber hingefeilt.
Ist zwar ein bisschen Arbeit, aber das Resultat ist einwandfrei,
wenn man feilen kann..
Der Motor "läuft" selbst mit dem kleinen Schwungrad ( 70 mm Dm
und ca. 200 g schwer) phantastisch.
Eine Eigenart hat der Flammenfresser wenn er kalt ist. Er "springt"
zwar beim Anlegen der Flamme sofort an, bleibt dann aber, je nachdem wie
stark sich Schwitzwasser bildet, stehen. Das macht sich beim Graphitkolben
gegenüber einem Gußkolben stärker bemerkbar, weil hier
die Reibung zu groß wird. Ist der Motor jedoch insgesamt angewärmt,
dann steht einem tadellosen Lauf nichts mehr im Wege.
Habe inzwischen das große Schwungrad ( 90 mm Dm und ca. 320 g
schwer) ausprobiert und der Motor funktioniert hiermit genauso gut,
d.h. er erreicht auch die Höchstdrehzahl wie mit dem kleinen Schwungrad,
der Langsamlauf ist mit großen Schwungrad allerdings etwas besser,
trotzdem habe ich das große Schwungrad auf 280 g abgespeckt,
damit die Drehzahländerung nicht ganz so träge erfolgt.
Ein Flammenschutz wie beim Originalmotor hat sich nicht bewährt,
da die Flamme in ihrem Brennverhalten gestört und dann bei hohen Drehzahlen
ausgeblasen wird, bzw. die hohen Drehzahlen auch nicht mehr erreicht werden.
Änderungen:
- habe den Einlassschieber aus Graphit gemacht. Es hat
sich herausgestellt, dass am Einlassschieber - obwohl hochglanzpoliert
- kleinste Messingpartikel haften bleiben und dadurch auf dem polierten
Zylinderkopf leichte Riefen entstehen. Beim Originalmotor ist der
Zylinderkopf aus Gußeisen und der Schieber aus Messing und bei dieser
Kombination habe ich keine Probleme feststellen können. Beim Auslassventil
treten diese Probleme nicht auf, weil hier nur eine vertikale Bewegung
erfolgt. Der Graphit-Einlassschieber hat sich inzwischen bewährt und
hat den großen Vorteil, dass die bewegliche Masse reduziert ist und
obendrein ist die Reibung dieses Schiebers auf Messing geringer.
Das alles kommt der Drehzahl zugute. Ich erreiche jetzt mehr als
1200 U/Min. Einen Flammenfresser mit diesem Drehzahlbereich (400-
knapp 1300 U/Min) habe ich bisher noch nicht gesehen!
- eine weitere Änderung betrifft die Geräuschbildung. Gewollt
ist das "Auspuffgeräusch" des Auslassventils. Es treten aber an dem
Nocken-/Andrückrad und der Einlassventilstange metallische Geräusche
auf, die nicht gewünscht sind. So gibt es am Andrückrad nicht
nur horizontale, sondern auch vertikale Kräfte.
Diese vertikalen Kräfte reiben die Hülse, in der die Einlassschieberstange
nur punktuell geführt wird, immer mehr auf, so dass hier zuviel Spiel
und damit Klappergeräusche entstehen. Ich habe hier die Einlassschieberstange
in Teflon geführt. Mal sehen, ob sich das bewährt.
Das Andrückrad habe ich nun aus Delrin angefertigt.
Es gibt jetzt praktisch außer dem Auslassventil keine metallischen
Klappergeräusche mehr.
Für mich ist dieser Motor in dieser Bauart das absolute Non-Plus-Ultra!
Es war und ist auch eine große Herausforderung diesen Motor
so hinzubekommen.
Eine Besonderheit dieser Bauart ist die Drehzahlverstellung über
einen Gashebel. Im Video
kann man sehr schön die Gashebelfunktion erkennen. Eine Schnellverstellung
ist auch mit dem Finger auf dem Auslassventil zu erreichen. Da werden Jugenderinnerungen
wach, als man an seinem Moped mit dem Gasgriff gespielt hat und auch der
Sound erinnert etwas an die legendäre Horex.
Der Motor ist vorgeheizt, um Schwitzwasserbildung zu vermeiden. Nur
so die hervorragende Drehzahländerung von ca. 400 U/Min auf ca. 1300
U/Min über den Gashebel zu erreichen.
Der Motor "rennt" mit einer Füllung ca. 1 Std. und ich habe ihn
auch mal eine Stunde bei kleinster Drehzahl durchlaufen lassen. Die Drehzahl
bleibt dabei sehr gut konstant, wenn die Flamme nicht gestört wird.
Der Zylinder erreicht aussen ungefähr 60-70 Grad Celsius, die Bodenplatte
wird nur handwarm.
Stirlingmotor (09.2005)
Die Wiederherstellung des Rebi-Heißluftmotors war der Anlass,
einen Stirling-Motor zu bauen.
Im Gegensatz zum Vakuummotor ist der Stirlingmotor ein geschlossenes
System.
Das Grundprinzip des Stirlingmotors kann anhand des unten aufgeführten
Murmelmotors
sehr anschaulich nachvollzogen werden.
Nach vielen Recherchen im Internet bin ich auf einen Materialbausatz
von René Schaffer (www.modellschaffer.ch)
gestoßen, der sich wohltuend von den üblichen Konstruktionen
abhebt. Der Materialsatz ist für Leute interessant, die eine Drehmaschine
und vielleicht sogar noch eine Fräsmaschine (muss aber nicht) besitzen
und zu faul sind, sich die "Brocken" für einen Heißluftmotor
einzeln zu besorgen. Für mich war wichtig, dass die Verdrängerkolbenstange
mit der Führungsbuchse im Kühler passgenau vorgefertigt war.
Ist dieses Teil nicht leichtgängig und trotzdem luftdicht, dann ist
der Traum vom Stirling ausgeträumt.
 
Ein Video
des Motors, erst normal laufend und dann im Turbo-Mode |
Zunächst war ich beim ersten Probelauf des Motors über die
geringe Leistungsausbeute des Stirling enttäuscht. Der Motor wollte
einfach nicht richtig anlaufen. Erst nachdem ich die Gestänge exakt
und reibungsfrei ausgerichtet, sowie den Verdrängerzylinder absolut
dicht in den Kühler bzw. Regenerator eingepasst hatte, kam Schwung
in die Angelegenheit.
Hier noch ein paar Tipps zum Bau des Motors:
1.) Wer den Arbeitszylinder nicht so ausdrehen kann, dass er dicht genug
ist, sollte sich ein Alurohr besorgen (aussen 14 mm innen 12 mm) und dies
in den Zylinder einkleben. Der Innendurchmesser des Alurohres ist
so beschaffen, dass der Kolben noch nicht reinpasst. Durch Aufreiben (vor
dem Einkleben in den Zylinder!) mit z.B. einem guten 8 mm-HSS-Drehstahl
als Reibahlenersatz lässt sich ein brauchbares Ergebnis erzielen.
Das beste Ergebnis ist allerdings mit alten Glasspritzen mit geschliffenem
Glaskolben zu erzielen, so wie ich es später praktiziert habe.
Für diesen Stirlingmotor ist eine 5 ml-Spritze hervorragend geeignet,
da die Abmessungen von Zylinder und Kolben passen. Die Glasteile müssen
nur passgerecht mit einer Diamantscheibe (Proxxon) abgelängt werden.
2.) Die Bohrungen auf der Hubscheibe bzw. die 3 mm - Achse und Achse
zum Schwungrad müssen absolut parallel sein, sonst "schlackern" die
Pleuelstangen die zur Hubscheibe führen. Ich habe hier kurzerhand
die kleine Achse in die Hubscheibe nach sorgfältigem Ausrichten zur
Schwungradachse eingeklebt, nachdem die Bohrung nicht so war wie sie sein
sollte.
3.) Die Schubstange des Verdrängerkolbens muss absolut leichtgängig
und trotzdem dicht in der Buchse laufen
(meiner Meinung nach das größte Problem). Ich habe wegen
der Leichtgängigkeit weder die Schubstange noch den Arbeitskolben
geschmiert.
Weiterhin muß die Schubstangenverlängerung sehr zentrisch
auf Schubstange drücken.
Kleine Winkelfehler führen dazu, dass die Schubstange klemmen
kann. Die Art wie die Schubstange über den Kipphebelhalter geführt
wird lässt eine optimale Führung sehr gut zu. Winkelfehler können
schon dadurch entstehen, dass z.B. die Distanz-Stücke nicht beidseitig
sauber parallel gedreht sind.
Geräusche die der Motor von sich gibt weisen darauf hin, dass
zuviel Reibung oder im umgekehrten Fall zuviel Spiel vorhanden ist.
4.) Der folgende Test beim fertigen Motor zeigt, ob überhaupt eine
Chance für die Lauffähigkeit besteht:
Arbeitskolben in obere Totlage bringen, dann Schwungrad leicht nach
rechts drehen. Jetzt muß das Schwungrad mehr oder weniger stark zurückfedern.
Ist dies nicht der Fall, dann ist das System undicht (vielleicht auch zu
wenig Kolbenkompression) oder die Reibung ist zu hoch.
Da mir die Kompression des Arbeitszylinders
zu gering war, habe ich den Kolben und Zylinder aus einer geschliffenen
5 ml-Glasspritze angefertigt und in den vorhandenen Aluzylinder eingepasst,
bzw. dieses Teil neu gedreht. Diese Glasspritze ist ideal, da der
Kolbendurchmesser fast identisch ist. Außerdem ist die Kombination
von geschliffenem Kolben und Zylinder sehr reibungsarm, braucht nicht geschmiert
zu werden und bringt hervorragende Kompression. Der Motor läßt
sich unmittelbar nach Wärmezufuhr andrehen und "rennt" los!!
So ist der Motor eine wahre Freude, vor allem
in der Kombination wie unten beschrieben.
Wenn der Motor gut ausgeführt wird, d.h. , wenig Reibung ,
gute Kompression kann er nach kurzer Anlaufzeit eine Drehzahl von ca.
1600 U/Min erreichen (abhängig von Flammenhöhe und Luftbewegung).
Ein weiteres Kriterium für eine gute Bauweise ist die Tatsache, dass
der Regenerator auch nach langer Laufzeit (mit einer Füllung "läuft"
der Motor jetzt mehr als 120 min.) relativ kühl bleibt, d.h. die zugeführte
Wärme wird sehr gut in Bewegungsenergie umgewandelt.
Die für diesen Motor ungewöhnlich hohe Drehzahl führe
ich darauf zurück, dass ich die beweglichen Teile gewichtsmäßig
abgespeckt, sowie Kugellager eingebaut habe (siehe unten) und keine
Schmierung durchführe.
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Nachtrag zum Stirlingmotor
Nach Recherchen im Internet über Stirlingmotoren ist es auch möglich,
den Verdrängerkolben ohne Steuerung über einen um 90° versetzten
Kurbeltrieb zu betreiben. Also habe ich mal ganz einfach die Verbindung
zum Verdrängerkolben weggelassen,
und ich hätte es nicht geglaubt ..... der Motor läuft auch in
diesem Modus!.
Der Verdrängerkolben steuert sich selbst über den Über-
bzw. Unterdruck des Arbeitskolbens. Ich habe mir sagen lassen, dass dies
nun ein Ringbom-Stirling wäre. Damit der Verdrängerkolben
nicht an den Glaszylinder "knallt", habe ich provisorisch eine Gummibremse
an der Schubstange angebracht, in die andere Richtung wird der Verdrängerkolben
durch Anschlagen an die Pleuelstange des Arbeitskolbens gebremst. Im Video
ist das deutlich zu hören. Die Drehzahl des Motor hat sich drastisch
verringert und beträgt vielleicht nur noch ewa 300-800 U/Min, je nachdem,
wie sich der Motor "verschluckt". Was auffällt, ist der mehr rechteckförmige
Verlauf des Verdrängerkolbens gegenüber dem sinusförmigen
Verlauf des Arbeitskolbens und der nunmehr grössere Hub des Verdrängerkolbens.
Auch habe ich den Eindruck, dass der Motor in diesem Modus mehr Leistung
hat.
Als Ziel schwebte mir vor, den Motor mit einem Handgriff vom
Gamma- zum Ringbom-Typ umzustellen.
Ich habe dazu die Verbindung zwischen Kipphebel und Schubstange aus
Kohlefaser (Gewichtsgründe!) hergestellt und sonst noch
Teile abgespeckt, bzw. weggelassen (siehe Bild). Die zwei Gleitlager auf
der Hubachse habe ich durch Kugellager 3x6x2,5 ersetzt. In den Kipphebel
habe ich ein Kugellager 3x6x2,5 eingepresst. Die Gummibremse an der Schubstange
habe ich durch einen Alu-Ring mit Teflonscheibe ersetzt. Es ist nun ganz
einfach möglich, den Motor
sowohl als Gamma-Stirling als auch Ringbom-Stirling
laufen zu lassen Das
Video
zeigt dies sehr schön.. Die Verlängerung braucht nicht zusätzlich
gesichert zu werden, solange der Kohlestift einigermassen stramm in das
in das Kugellager am Kipphebel reingeht.
Der Motor läuft im Ringbom-Modus in beiden Richtungen, allerdings
rechts herum schlechter, da die Pleuelstange aufgrund der Bauart des Motors
den Verdrängerkolben im falschen Moment abbremst.
Nach meinen Recherchen ist dies wohl der erste Heißluftmotor
der auf einfache Weise sowohl als Gamma-Stirling als auch als Ringbom-Stirling
funktioniert. Ebenso scheint es der erste Ringbom-Stirling mit waagerecht
angeordnetem Verdrängerzylinder zu sein!
Thermoakustischer
Motor (08.2008)
Eine weiterer Heißluftmotor, der nicht so recht in die Vielfalt
der Stirlingmotoren passt, ist die thermoakustische Maschine.
Im Internet findet sich oft die Bezeichnung Lamina Flow Stirling.
So eine Maschine reizte mich zum Nachbau, da es meiner Meinung nach
keine vom Aufbau her "primitivere" Wärmekraftmaschine gibt.
Das Grundprinzip dieser Maschine ist "uralt".
Das Entstehen von Schwingungen in heißer Luft wurde schon 1777
von Higgins beobachtet, die "singenden Flammen" und auch die Glasbläser
kennen das Phänomen von Tönen bei der Glasbearbeitung.
Durch Temperaturgradienten bzw. inhomogene Temperaturverteilungen an
begrenzenden Kontaktflächen können akustische Wellen angeregt
werden.
Dieses Phänomen kann mit Hilfe des Rijke-Rohrs sehr schön
experimentell nachvollzogen werden:
In einer Glas-Röhre wird die Luft erhitzt und mit Hilfe einer
Erregerquelle (z. B. Metallgitter) zum Schwingen angeregt, so dass
sich in der Röhre (Resonator) eine eine stehende Welle ausbildet.
Wie beim Stirlingmotor gibt es auch hier den Zyklus von sich ausdehnendem
und zusammenziehenden Gas (Luft).
Während das Rijke-Rohr ein offenes System ist, liegt bei dem thermoakustischen
Motor wie beim Stirling-Konzept ein geschlossenes System vor, allerdings
ohne Verdrängerzylinder. Das macht die Bauweise auch so einfach.
Im Gegensatz zum "normalen" Stirling wird hier keine heiße Luft
in den Arbeitszylinder geschoben, sondern ein stehende Welle treibt den
Arbeitskolben an, d.h. die Funktionsweise dieses Motors ist nur bedingt
mit dem Stirlingmotor zu vergleichen.
Er wird als thermoakustischer Stirling oder auch im angloamerikanischen
Bereich als Lamina-Flow-Stirling bezeichnet.
Zu hören gibt's da sehr wenig, da die Frequenz im Bereich von
2-30 Hz liegt; allerdings ist die theoretische Frequenz um etliches
höher, sie kann sich nur nicht aufgrund der Massenträgheit des
Systems (Kolben+Schwungrad) ausbilden.
Bei der thermoakustischen Maschine ist die Erregerquelle zur Anregung
von stehenden Wellen ein Arbeitskolben in Verbindung mit der Heizquelle,
einem
Regenerator und ganz wichtig einer Blende zwischen
Resonator und Arbeitszylinder. Ohne diese Blende kann sich die stehende
Welle nicht ausbilden, da sie im Gegensatz zum Rijke-Rohr nicht durch Überlagerung
von Wellen entsteht, sondern durch Reflexion an der Blende.
Eine große Temperaturdifferenz im Resonator (Reagenzglas) begünstigt
das Entstehen der thermoakustischen Schwingungen, daher ist z.B. ein Resonator
aus Aluminium nicht geeignet, da örtlich zuviel Wärmeenergie
entzogen wird. Angeblich soll ein Resonator aus Edelstahl auch funktionieren,
nur ein Modell hierzu habe ich bisher nicht im Internet entdecken können.
Mit einer Aluminiumröhre funktioniert es nicht, das habe ich ausprobiert..
Um den Arbeitsaufwand zu Beginn so gering wie möglich zu halten,
habe ich als Aufheizzylinder ein Schott-Duran-Reagenzglas (155 mm x 15,5
mm)
und als Arbeitszylinder eine Glasspritze mit geschliffenem Glaskolben (16
mm Dm) genommen. Passende Glasspritzen 10 ml gibt es noch bei
ebay.
Das Schwungrad stammt aus einen Videorekorder ( 80 gr schwer, 60 cm
Dm), Bodenplatte und Halter sind wie auf dem Bild zu sehen aus Holz. Mit
dieser primitiven Ausführung lässt es sich sehr gut experimentieren
Wie das meistens so ist, ..... nach der Fertigstellung rührt sich
erst mal gar nichts.
Nach einigem Experimentieren ist es mir dann doch noch gelungen, das
Motörchen zum Drehen zu bringen.
Die Drehzahl ist zwar niedrig, vielleicht so 100 U/min, aber immerhin
er dreht.
Eine stehende Welle in diesem System zu erzeugen, ist gar nicht
so einfach. Was bei klassischen Verbrennungsmotoren absolut unerwünscht
ist, nämlich thermoakustische Schwingungen, die den Verbrennungsablauf
stören, sind es genau diese Schwingungen, die wir hier brauchen.
Der Knackpunkt liegt an der Trennstelle zwischen dem Heizzylinder und
Arbeitszylinder und dem Hub des Arbeitskolben.
Wenn diese Öffnung (choke) zu groß ist, funktioniert der
Motor nicht, d.h. es bildet sich im Reagenzglas keine stehende Welle aus.
Ich habe eine Messingmuffe genommen, um die beiden Zylinder miteinander
zu verbinden (mit Silikon, wegen der Elastizität). Die Durchlassöffnung
der Muffe war zuerst ca. 12 mm. Ich habe die Öffnung auf 4 mm
reduziert, sowie den Kolbenhub von ca. 25 mm auf ca. 14 mm verringert.
Eine wichtige Rolle spielt auch die im Heizzylinder eingebrachte Edelstahlwolle
(Topfkratzer) und deren Länge (ca. 70 mm). Ohne diesen Regenerator
funktioniert der Motor sehr schlecht.
Ich habe später den Motor auch ohne Regenerator zum Laufen
gebracht. Der Motor muss wesentlich länger aufgeheizt und über
das Schwungrad auf Drehzahl gebracht werden, aber schließlich entsteht
auch in diesem Fall eine stehende Welle und der Motor läuft von allein
weiter. Die Energie dieser Welle ist allerdings wesentlich geringer, als
diejenige mit Regenerator!
Die Edelstahlwolle unterstützt das Temperaturgefälle,
das zur Erzeugung der thermoakustischen Welle notwendig ist (Stichwort
->Temperaturgradient).
Der Regenerator (Stack) könnte auch aus dünnen Plättchen
aus Kunststoff oder Keramik (Partikelfilter) sein. Daher auch die Bezeichnung
"Lamina Flow Stirling" (Achtung , nicht verwechseln mit Laminar Flow!!,
hat nichts mit laminarer Strömung zu tun). Hauptsache die Oberfläche
des Regenerators ist im Verhältnis zum Volumen groß.
Die Heizquelle muss genau am Ende des Regenerators in Richtung
Arbeitszylinder platziert werden!
Nach den Änderungen war nach einiger Aufheizzeit eine Drehwilligkeit
zu erkennen. Der Motor läuft nicht gleich an, sondern das Schwungrad
führt zunächst Pendelbewegungen durch, bis die stehende Welle
genügend Amplitude erreicht hat, um das Schwungrad komplett
zu drehen. Hier ein Video
dieser Erstausführung.
Durch Modifikationen hinsichtlich Heizzylindervolumen, Blendenöffnung,
Kolbenhub und Regenerator ist es mir gelungen, ein prächtig funktionierendes
Motörchen zu entwickeln.
Dabei hat sich bei einer Reagenzglaslänge von 135-155 mm und einem
Innendurchmesser von 14 mm, ein Kolbenhub von ca. 14 mm als optimal
erwiesen. Hierbei ist der obere Totpunkt des Kolbens sehr nahe an der Blende.
Wird der obere Totpunkt des Kolbens zurückverlegt, kann auch der Hub
vergrößert werden. Als grobe Faustregel gilt:
Hub des Arbeitskolbens ~ Innendurchmesser Resonator
Blendenöffnung ~ 1/3 Innendurchmesser Resonator
je höher der Kompressionsdruck, umso größer sollte
das Trägheitsmoment des Schwungrades sein. |
Um noch besser testen zu können, habe ich eine neue Verbindungsmuffe
aus Alu gedreht.
Die beiden Zylinder habe ich mit dünnem Teflonband (1/2" x 260",
MilSpec T-27730A) umwickelt und vorsichtig in die Alumuffe eingepresst!
So kann ich jederzeit den Motor zerlegen. Den Wulst des Reagenzglases habe
ich mit einer Diamanttrennscheibe entfernt.
Die Muffe ist 25 mm lang und hat 22 mm Durchmesser mit Einstichen auf
beiden Seiten in einer Tiefe von je 10 mm passend zu Reagenzglas und Arbeitszylinder.
Die Bohrung war zunächst 10 mm.
Um den Hub des Arbeitskolbens einfach zu verstellen, habe ich auf dem
Schwungrad einen drehbaren Hebel angebracht.
Auf diese Weise kann ich den Hub von 0 mm auf fast 30 mm verändern!
Da mir das Schwungrad etwas zu leicht vorkam, habe ich einen Bleistreifen
um das Rad gelegt. Das Schwungrad ist nun ca. 140 g schwer. Der Motor läuft
damit viel runder und schöner.
Wenn das Schwungrad aus Guß oder Messing gefertigt ist, wird
es ohnehin bei einen Durchmesser von ca. 70 mm mindestens 140 g schwer!
Die Bedeutung des Schwungrades sollte nicht unterschätzt werden.
Wird es zu leicht gemacht und ist die Kompression gut, dann braucht der
Motor länger bis er auf Touren kommt und "stottert" mehr zu
Beginn. Wird das Schwungrad zu schwer gemacht, dann dreht der Motor zwar
schön rund, kann dann aber aufgrund der Trägheit nicht so hoch
drehen. Es ist eine reine Geschmacksfrage was einem lieber ist.
Das Gesamtgewicht sollte nicht mehr als 140 g haben und die Masse sollte
sich mehr nach aussen konzentrieren, ähnlich wie ich es mit dem Bleistreifen
gemacht habe.
Für eines der Schwungräder habe ich z.B. ein Kugellager 68x40x9
genommen, den inneren Ring und die Kugeln entfernt und eine Aluscheibe
in den äußeren Ring gepresst. Das Schwungrad ist doppelt kugelgelagert.
Zum besseren Verständnis kann man sich die Kombination von schwingendem
Kolben und Schwungrad wie ein Feder-Masse-System vorstellen. Wenn das System
zum Schwingen angeregt wird und Federkraft und Masse aufeinander abgestimmt
sind, dann kann es bei einer bestimmten Frequenz in Resonanz gebracht werden.
Auf auf unseren Motor übertragen bedeutet dies, dass durch geschickte
Wahl von Kolbenhub, Schwungrad und Resonatorlänge beträchtliche
Drehzahlerhöhungen möglich sind.
Habe noch ein bisschen weiterexperimentiert
und herausgefunden, dass für meinen Motor die Öffnung zwischen
Arbeitszylinder und Heizzylinder optimal 5 mm ist. Die Drehzahl hat sich
glatt verdoppelt.
Meine Experimente haben mir gezeigt, dass der Kolbenhub bzw. der
Kompressionsdruck, sowie die Öffnung (choke) zwischen Heiz-
und Arbeitszylinder eine entscheidende Rolle für das Auskoppeln der
thermoakustischen Energie in mechanische Energie und damit die Lauffähigkeit
des Motors spielt.
Anmerkung zu der thermoakustischen stehenden
Welle:
Die stehende Welle breitet sich in unserem
Falle im gesamten Reagenzglas bis zur Blende aus, deshalb darf der Regenerator
( Stahlwolle) nicht zu dicht gepackt in
das Reagenzglas gebracht werden sein. Es ist daher auch möglich ein
Rohr
( mit 5 mm Durchmesser) durch den Regenerator
zu legen und die Flamme am vorderen Ende des Reagenzglases wirken zu lassen.
Die Frequenz der stehenden Welle ist umso höher, je kürzer der
Resonator bzw. je kleiner das Resonatorvolumen ist. Ich könnte
mir vorstellen, dass es möglich ist, auch ohne Blende eine stehende
Welle im System zu erzeugen, indem der Kolben in einer Frequenz harmonisch
zur stehenden Welle mitschwingt (Reflexion direkt am Kolben).
Statt der Edelstahlwolle habe ich versuchsweise normale grobe Stahlwolle
(Größe2) genommen und damit läuft der Motor sogar noch
besser, warum? , die Edelstahlwolle des Topfkratzers war nicht fein genug
(zu wenig Oberfläche).
Jetzt sind Drehzahlen bis 1000 U/min möglich, abhängig von
der Größe der Flamme (Spiritusbrenner).
Wer einen Motor haben will, der mehr als 1000 U/min drehen soll,
der muss selbst hinsichtlich Reagenzglaslänge, Kompressionsdruck (Kolbenhub)
,Schwungradmasse und Blendenöffnung experimentieren.
Nach längerem Lauf stellt man fest, dass der Arbeitszylinder heißer
wird und das Ende des Reagenzglases kühl bleibt. Dies ist ein Zeichen
für die richtige thermodynamische Arbeitsweise des Motors.
Wird der Motor länger als 15 Min. ununterbrochen betrieben , dann
sollte der Halter für die Alumuffe auch aus Aluminium gefertigt sein
(bessere Wärmeabfuhr).
Hier noch einmal die wichtigsten Daten des Motors
nach den Verbesserungen:
- Reagenzglas (Schott Duran) ca. 135 mm lang ohne Wulst,
Durchmesser aussen ca. 15,5 mm. Gibt es im Handel als 160x16 mm.
- Kolben von Glasspritze ca. 16 mm Durchmesser und 25 mm
lang und passender Glaszylinder dazu ca. 33 mm lang.
Glasspritze 10ml gibt es noch bei ebay.
Glaszylinder kann auch länger sein, falls
der Kolben komplett innerhalb des Zylinders laufen soll.
Alle Glasteile wurden mit einer Proxxon(Dremel)-Kleinbohrmaschine
und Diamanttrennscheibe bearbeitet und nass nachgeschliffen.
Um das Aussplittern des Glases etwas zu verringern,
die Trennstelle vorher mit Tesafilm umwickeln.
- Schwungrad ca.70 mm Durchmesser und ca. 10-14 mm breit,
Gewicht ca. 100-140 g.
- Alumuffe 25 mm lang, 22 mm Durchmesser, 5 mm Bohrung
(Blende)
Jeweils an den Enden 10 mm tiefe Einstiche,
passend für das Reagenzglas und den Arbeitszylinder.
Gläser mit dünnem Teflonband (1/2"x260",
MilSpec T-27730A oder 12 mm x 0,08 mm x 12m) vorsichtig in die Muffe einpressen.
Achtung, wenn das Glas an der Schnittkante
zu sehr "ausgefranst" ist, dann bekommt es nach dem Einpressen schnell
Risse.
- Kolbenhub ca.14 mm. Pleuelstange ca. 50 mm lang. Wenn
Drehzahlen über 1000 U/min gewünscht sind, dann muss der
obere Totpunkt des Kolbens ca. 1-2 mm vor
der Blende liegen und das Reagenzglas mit Regenerator kürzer sein
(siehe unten).
Die
Verbindung von Pleuel zu Glaskolben erfolgt mit einem "Aluminiumstöpsel".
Dieser wird entweder mit Silikon in den Kolben eingeklebt oder mit
einem O-Ring geklemmt. Aluminium dehnt sich mehr aus als Glas!!
- Stahlwolle grob (Größe 2) in einer Länge von
ca. 70 mm in das Reagenzglas einbringen, aber nicht bis zum Ende schieben,
sondern ca. 20 mm Luft lassen. Von der Stahlwolle
wird in Längsrichtung ein entsprechender Streifen abgeschnitten,
zu einer Wurst gerollt und dann abgelängt.
Stahlwolle
nicht zu dicht in das Reagenzglas stopfen!
Je nach Flammenhöhe und Brennerart sind Drehzahlen
von 150 bis 1000 U/min möglich.
Die Drehzahl ändert sich auch mit der Lage
und Länge der Stahlwolle.
Wird die Stahlwolle bei einer vorgebenen Länge
des Reagenzglases mehr in Richtung Blende verschoben,
dann vergrößert sich die Drehzahl.
Ein einfacher Test zeigt, ob der Motor gut funktionieren wird:
Nach dem Zusammenbau darf das Schwungrad wenn es gedreht wird nicht
einfach stehen bleiben, sondern es muß pendeln.
Tut es das nicht, ist entweder die Kompression zu gering oder die Reibung
zu hoch. Der Stift im Schwungrad für den Pleuelantrieb muß parallel
zur Schwungradachse sein und auch die Bohrung im Kolben für das Pleuel
muß parallel zur Schwungradachse sein! |
Wer sich beim Bau an die obigen Vorgaben hält, bekommt mit Sicherheit
einen lauffähigen Motor.
Voilà, der fertige Motor, serienreif und das Video
dazu.
Normalerweise arbeitet dieser Motor fast geräuschlos, das was
Sie
im Video hören sind fettfreie Kugellager und Spiel im Pleuel.
Die im Aluhalter klemmbare Alumuffe läßt sich in gewissen
Grenzen
verschieben, so ist ein Feintuning der Drehzahl möglich und der
Motor lässt sich hervorragend zerlegen.
Dieser Motor lauft .. und läuft ..und läuft, selbst wenn
er jahrelang
unbenutzt rumsteht; Flamme drunter und ab geht die Post.
Eine nochmalige Erhöhung der Drehzahl auf 1600 U/min
(Video) ist mir mit
einem 100 mm langem Reagenzglas und einem auf 45mm verkürztem
Regenerator gelungen. Bei dieser Drehzahl ist bereits ein leichter Brummton
zu hören, d.h. der Kolben schwingt mit ca. 26 Hz.
Die theoretische Drehzahl ist bei diesem Motor mindestens doppelt
so hoch. Sie kann nur nicht aufgrund von Reibungseinflüssen und Massenträgheit
ausgenutzt werden. Ein weiteres Video
zeigt, mit welcher kleiner Flamme der Motor noch vernünftig dreht.
Das absolute Minimum an Flamme ist hier
zu sehen.
Solarbetrieb ist mit einer Kondensorlinse
(z.B. aus einem Diaprojektor) möglich.
Der krönende Abschluss meiner Experimente ist dieser Edel-Motor
in Alu-Messing-Ausführung.
Dies war allerdings nur mit Unterstützung einer CNC-Fräsmaschine
(Schwungrad und Logo) zu realisieren.
Die Messingteile sind vergoldet.
Dieser Motor "läuft" mit einer Füllung auf kleiner
Flamme 120 Minuten!
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Thermoakustische Maschine
als Freikolbenmotor (free piston engine)
In
einem weiteren Versuch habe ich den thermoakustischen Motor ohne Schwungrad
ausprobiert. Der Kolben sollte dann aufgrund der thermoakustischen Schwingungen
frei schwingen. Und in der Tat macht er dies auch (Video).
Dazu muß nach einer gewissen Aufheizzeit der Kolben "angeschubst"
werden. Der Gummiring verhindert, dass der Glaskolben an die Alublende
knallt.
Die Schwingungweite (der Hub) des Kolbens ist umso größer,
je weiter der Kolben in der Ausgangsstellung von der Blende entfernt war.
Hier gibt es eine Übereinstimmung mit meinen obigen Versuchen mit
Schwungrad, wonach der Hub des Kolbens kleiner sein kann, wenn der obere
Totpunkt des Kolbens nahe an der Blende ist. Wird allerdings der Kolben
sehr weit von der Blende entfernt (hier ca. 4cm) zum Schwingen gebracht,
dann bricht die thermoakustische Welle nach einiger Zeit zusammen.
Das thermoakustische Prinzip des freischwingenden Kolbens zeigt
eindeutig, dass nicht wie beim herkömmlichen Stirling Luft mit Hilfe
des Verdrängers hin und hergeschoben wird zum Aufheizen und Abkühlen,
sondern dass tatsächlich eine stehende Welle den Kolben bewegt.
In einem späteren Versuch will ich testen, ob nennenswerte Energie
mit Hilfe eines Lineargenerators erzeugt werden kann. Dazu wird in den
Glaskolben ein Magnet eingebracht und um den Zylinder kommt die Spule,
vielleicht kann ich dazu Teile einer Schüttel-Taschenlampe verwenden.
Mittlerweile habe ich den Versuch den thermoakustischen Freikolbenmotor
als Generator einzusetzen, durchgeführt.
Um es vorwegzunehmen, das Ergebnis ist enttäuschend.
In den Kolben habe ich einen Stabmagnet Neodym 12 x 25 mm eingebracht
und um den Zylinder eine Spule mit den Maßen 30 x 30 mm gelegt. Die
Spule hat ca 1000 Wdg. 0,2 CuL mit einem Widerstandswert von ca. 40 Ohm.
Die Ausgangsspannung beträgt ~3 Vss. Diese wird mit Germaniumdioden
(wegen der geringen Durchlaßspannung) gleichgerichtet und bringt
eine Leuchtdiode gerade so zum Leuchten (Video),
d.h. die Leistung beträgt höchstens 5-10 mW. Man kann auch direkt
2 Leuchdioden antiparallel geschaltet an die Spule anschließen. Ich
könnte mir vorstellen, dass durch Optimierung noch ewas mehr rauszuholen
ist, aber mehr als 20 mW ist meiner Meinung nach nicht drin, d.h. mit der
thermoakustischen Energie ist auf diesem Wege kein Blumentopf zu gewinnen,
vor allem, wenn man noch berücksichtigt, dass der eingesetzte Brenner
eine Leistung von ca. 15 Watt hat!
Industriell wird der thermoakustische Motor in dieser Bauform auch
nicht eingesetzt und schon gar nicht als Lineargenerator. Hier kommen andere
Verfahren zum Einsatz, um die thermoakustische Energie auszunutzen bzw.
umzuwandeln. So wird .z.B. die thermoakustische Welle in einen Helmholtz-Resonator
eingekoppelt, um dadurch Energiezuwachs zu erhalten.
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Quelle: Robert Sier; http://www.stirlingengines.org.uk/
Murmelmotor (05.2009)
Der einfachste Stirlingmotor bei dem das Prinzip der Heißluftmaschinen
sehr anschaulich dargestellt werden kann, ist der "Murmelmotor" von Dr.
Schlagenhauf.
Als Verdränger arbeiten Glaskugeln (marble displacer) in einem drehbar
gelagerten Reagenzglas, an dem über eine Schlauchverbindung der Arbeitskolben
angebracht ist. Der Arbeitskolben hebt das Reagenzglas bei Erwärmung
an und und die heiße Luft wird über die sich bewegenden Glaskugeln
in Richtung Arbeitskolben geschoben, wo sie sich abkühlen kann. Die
abgekühlte Luft bewegt nun den Arbeitskolben in die entgegengesetzte
Richtung und wird mit den Glaskugeln wieder in den Aufheizbereich gebracht.
Das Spiel beginnt von vorne. Der "Motor" ist der sich auf- und abwärtsbewegende
Kolben.
Man kann das Experiment auch so durchführen, dass man an ein
Reagenzglas 160x16 gefüllt mit 5 Keramikkugeln direkt über eine
Schlauchverbindung z.B. eine Glasspritze 10 ml oder kleiner anschließt.
Die Glasspritze darf nicht zu groß sein, sonst bewegt sich der Kolben
nicht genügend. Man hält das Reagenzglas waagerecht und heizt
eine Weile auf. Nun bewegt man das Reagenzglas so, dass die Kugeln hin-
und herrollen können und siehe da (Video),
der Kolben bewegt sich synchron zu den Kugeln um 90° phasenverschoben.
Warum?
Erklärung: wenn die Kugeln in Richtung Brenner rollen wird
die heisse Luft in Richtung Arbeitskolben geschoben und kann sich abkühlen,
was Druckminderung bedeutet ( Kolben bewegt sich Richtung Brenner) , umgekehrt,
wenn die die Kugeln in Richtung Arbeitskolben rollen wird die kältere
Luft in Richtung Brenner zum Aufheizen geschoben, was zur Druckerhöhung
im System führt (Kolben bewegt sich entgegengesetzt)!!
Nun ersetzt man die Kugeln durch einen Verdrängerzylinder und
koppelt Arbeitskolben und Verdränger um 90° versetzt über
ein Gestänge an ein Schwungrad und schon ist der Stirling fertig.
Ja ja die praktische Ausführung ist etwas komplizierter. Dennoch dürfte
spätestens jetzt, auch dem Leien die Funktion eines Stirling etwas
verständlicher sein.
Der Gedanke liegt nahe, die Bewegung des Kolbens an ein Schwungrad zu
koppeln ( sieht halt mehr nach einer Maschine aus).
Versuche für solche Motoren gibt es, haben aber den Nachteil,
dass die Drehung des Schwungrades nicht gleichmäßig ist. Selbst
zwei gegenläufige Reagenzgläser, um 180° versetzt an ein
Schwungrad gekoppelt, können das auch nicht so richtig ausgleichen.
Eine Anregung das zu verbessern, gab es mal wieder im Internet, nämlich
über ein relativ schweres Schwungrad mit Getriebe die ruckartige Schwungradbewegung
zu minimieren.
Ich habe mich an die Arbeit gemacht und Teile meines thermoakustischen
Motors direkt übernommen.
Das Pleuel ist starr mit dem Arbeitkolben verbunden, so dass sich das
drehbar gelagerte Reagenzglas über eine Exzenterscheibe auf- und abwärts
bewegen kann. Ein Getriebe 1:5 aus dem Flugmodellbau ist an das Schwungrad
gekoppelt. Der Aufbau erfolgte zunächst wieder in bewährter Art
aus Holz.
Ein Video
zeigt die grundsätzlich funktionierende Arbeitsweise. Dieser Motor
dreht nur in eine Richtung, da die Kugeln dem Kolben um 90° phasenverschoben
vorauseilen, bzw. nacheilen müssen, und das ist nur in einer
Drehrichtung möglich.
Das Ergebnis dieses Motors war zunächst für mich etwas
ernüchternd, da die Maschine immer mal zwischendurch stehen
blieb, weil z.B. die Glaskugeln nicht sauber rollten
Ich habe die Geometrie ewas verändert, Glaskugeln überprüft
und das Schwungrad mit Bleistreifen auf 200g erhöht.
Jetzt "marschiert" der Motor einwandfrei.
Wer dieses Motörchen nachbauen will, muss schon einigermaßen
präzise arbeiten.
Das Getriebe und das Schwungrad müssen kugelgelagert sein (4 Stück).
Das Pleuelkugellager ist nicht unbedingt notwendig. Das Getriebe selbst
darf in keiner Stellung klemmen! Die Kugeln werden auf etwa gleichen Durchmesser
geprüft, ca 12,5 mm und sollten alle gemeinsam gleichmäßig
rollen.
Bewährt haben sich Keramikkugeln
SA50 Umarex (gibt es bei target-sport.de) mit einem Durchmesser
von ~ 12,7 mm. Hier kann man sich von 72 Kugeln die passenden aussuchen.
Das Reagenzglas hat einen Innendurchmesser von ca 13,.5 mm und es sollte
noch genügend Luft im dazwischen bleiben, daher sollten die Kugeln
nicht mehr als 12,7 mm Durchmesser haben.
Die Höhenlage von Drehpunkt Reagenzglas und Mittelpunkt Exzenterscheibe
ist nicht ,wie man vermuten könnte identisch, sondern der Drehpunkt
Reagenzglas liegt 5 mm tiefer. Gilt zumindest für meinen Motor.
Hier ein Bild der endgültigen Ausführung mit aktuellem
Video.
Manson-Stirling, Manson
Hot Air Engine (01.2010)
Ein Stirlingmotor der noch in meiner Sammlung fehlt, ist der Manson-Stirling.
Der Manson-Stirling ist kein üblicher Stirlingmotor, da er für
den Druckausgleich eine Öffnung hat und somit kein geschlossenes System
darstellt.
Diesen Motor habe ich als Fertigmodell
von stirlingmotor.com
erworben.
Durch die kompakte Bauweise kann der Motor auch als Antriebsquelle
für irgendwelche Fortbewegungsmittel benutzt werden (Phantasie ist
gefragt).
Diesen Motor möchte ich in ähnlicher Bauweise wie den Originalmotor
von 1952 nachbauen.
Für einen ersten Versuch habe ich schon mal Arbeitszylinder und
Arbeitskolben aus einer 10 ml Glasspritze vorbereitet:
  
Um den Zylinder kommt ein Alurohr mit dem Belüftungsschlitz. Dieses
Teil wird dann in den Kühlzylinder eingebaut. Der Druckausgleich erfolgt
innen über den Kolben über eine Öffnung in der Pleuelbefestigung.
Der Arbeitskolben wird vorne mit dem Verdrängerkolben luftdicht verschlossen.
Der Verdrängerkolben wird in den Arbeitskolben geschraubt, um mögliche
Änderungen leichter durchführen zu können, Der Kühlzylinder
und das Grundbrett mit Schwungrad ist mittlerweile auch fertig.
Ich bin noch am Überlegen, ob der Druck im geschlossenen Verdrängerkolben
so groß werden kann, dass das Glas platzt. Bei 100° C steigt
der Druck im Verdrängerkolben gegenüber Normaldruck von 1060
mbar um ca. 300 mbar an, das dürfte noch unkritisch sein. Ich habe
trotzdem eine Ausgleichsbohrung durch den Arbeitskolben vorgesehen.
Die Reagenzgläser für den Heizzylinder und Verdrängerkolben
habe ich bei www.basteln-co.de
gekauft, einmal 24/21,5 mm außen/ innen und 20 mm außen. Sie
sind angeblich aus Borosilikat und damit feuerfest.
Der erste Probelauf ging in die Hose. Es ist mir zwar gelungen mit
viel Hitze den Motor ganz müde zum Drehen zu bringen.
Jetzt fängt das Grübeln an, warum läuft der Motor so
lustlos?
Mit einem "Schweißbrenner" einen Stirlingmotor zu betreiben,
wie ich es oft auf youtube und ähnlichen Plattformen sehe, ist nicht
mein Ding. Ein Heißluftmotor (Modell) muss auch mit einem Teelicht
funktionieren.
Es könnte sein, dass der Arbeitskolben mit einem Durchmesser von
14 mm zu groß ist und somit das Volumen im Heizzylinder zur Kolbenfläche
nicht optimal ist, um den nötigen Kolbenhub zu bekommen. Der Theorie
nach soll der Kolbendurchmesser die Hälfte Innendurchmesser Heizzylinder
sein. Vielleicht sind auch die Belüftungsöffnungen noch nicht
optimal auf den OT und UT abgestimmt. Möglicherweise ist die thermische
Trennung von Verdrängerkolben zu Arbeitskolben nicht groß genug.
Der Druckausgleich muss schnell und präzise erfolgen und das geht
nur mit einem Schlitz im Arbeitszylinder und Arbeitskolben statt mit einer
Bohrung. Zu bedenken ist auch, dass der Verdrängerkolben sehr heiss
wird. Deshalb muss der Arbeitskolben thermisch vom Verdrängerkolben
entkoppelt werden, um den Wirkungsgrad zu verbessern.
Das Schwungrad ist unkritisch und kann sehr klein sein, der Rupp-Motor
(Video) funktioniert
auch ohne Schwungrad, d.h. man könnte den Kolben auch direkt schwingen
lassen (free piston), wenn die Wegbegrenzung beachtet wird!
| Da mir das schlecht laufende Motörchen keine Ruhe gelassen
hat, habe ich meine grauen Gehirnzellen aktiviert und nach dem Motto "dem
Ingenieur ist nichts zu schwör", bin ich an das Problem erst
mal theoretisch rangegangen:
Das Luftvolumen zwischen Verdrängerkolben und Heizzylinder beträgt
bei den oben genannten Reagenzgläsern ca. 3 cm³. Wird dieses
Luftvolumen nun einer Temperaturerhöhung von angenommen 100 °
C ausgesetzt, dann dehnt sich das Gas (Luft) um ca. 1/3 aus, d.h. das Volumen
vergrößert sich um etwa 1 cm³. Bei einem Arbeitskolben
von 15 mm Durchmesser und einem Hub von 10 mm ist das zu verschiebende
Volumen ca. 1,5 cm³. Das bedeutet auf meinen Motor übertragen,
dass bei dieser Temperaturdifferenz von 100 ° C der Kolben nicht genügend
bewegt, bzw. nicht genügend Druck aufgebaut wird. Das passt auch zu
der Tatsache, dass ich viel mehr aufheizen mußte, um ein Drehen zu
erzielen. Jetzt veringern wir den Kolbendurchmesser auf etwa 9 mm
(Glasspritze 2 ml) dann ergibt sich ein zu verschiebendes Volumen von ca.
0,75 cm³. Jetzt kann die Temperaturdifferenz von 100 ° C
locker den Kolben um 10 mm verschieben.
Ich habe also meinen Motor dahingehend geändert und siehe da,
jetzt schnurrt das Motörchen wie eine Nähmaschine mit dem typischen
Plop-Geräusch bei den jeweiligen Totpunkten. Im Video
ist dies eindrucksvoll zu sehen und zu hören. Die Drehzahl beträgt
knapp 1200 U/Min. |
 
Um einen gut funktionierenden Motor zu erhalten,
sind folgende Bedingungen einzuhalten:
Durchmesser Arbeitskolben ~ 1/2 Durchmesser
Verdrängerkolben
Hub ~ Durchmesser Arbeitskolben
|
Grundsätzlich gilt für alle Heißluftmotoren:
Der Arbeitskolbendurchmesser ist immer kleiner
als der Verdrängerkolbendurchmesser!
Das absolute Minimum an Flamme ist hier
zu sehen.
Man höre und staune:
der Motor läuft mit einer Füllung bei kleinster
Flamme 210 Minuten mit einer Drehzahl von ca. 100 U/Min!
Statt Bohrungen im Glas habe ich Schlitze gesägt, dadurch ist der
Druckausgleich präziser und schneller. Hier muss man sich die Arbeit
machen die Schlitze und den Hub so zu gestalten, dass in den Totpunkten
gerade genügend Belüftungsöffnung freigegeben wird (Schlitz
ca. 4x1 mm).
Die thermische Entkopplung zwischen Verdränger und Arbeitskolben
gelingt ganz gut mit O-Ringen. Das ist auch besser, als Aluteile direkt
in das Glas zu kleben, denn wenn sich das Alu erwärmt, führt
das unweigerlich zu Glasbruch (Alu dehnt sich bei Erwärmung ca. 7
mal mehr aus als Borosilikatglas!).
Dass die thermische Trennung mit O-Ringen ganz gut funktioniert schließe
ich daraus, dass ich das Pleuel entgegen meinen Vorschlägen über
einen Alustöpsel direkt in den Arbeitskolben geklebt habe und ich
bisher damit keine Probleme hatte, d.h. der Arbeitskolben bzw. das Aluteil
bleibt kühl genug.
Anmerkung zum gekauften Rupp-Motor:
der Motor wird nach 10 Min. Dauerbetrieb "sauheiß" und trotzdem
bleibt er nicht stehen. Warum? Die gemessene Temperatur vorne am Heizzylinder
beträgt ca. 300° C und am Kühlzylinder mitte ca. 80°
C, d.h. die Temperaturdifferenz ist noch groß genug für den
weiteren Betrieb!
Der Manson-Stirling nimmt unter den Stirlingmotoren eine Sonderstellung
ein, weil hier kein geschlossenes System vorliegt, denn der Motor hat für
den Druckausgleich in den Totpunkten des Arbeitskolbens eine Einlass-/Auslassöffnung.
Die Bauart ist einfach, da Verdrängerkolben und Arbeitskolben starr
miteinander verbunden sind, trotzdem wurde der Motor bislang nur von wenigen
Modellbauern nachgebaut. Jetzt weiß ich auch warum, siehe oben!
Der Manson-Stirling hat im Vergleich zu anderen Stirlingmotoren
bei geicher Baugröße (Kolben, Verdränger, zugeführte
Wärmemenge) mehr Power.
Ich habe die Skizze
des Manson-Stirling, wie er 1952 in der "Newnes Practical Mechanic" beschrieben
wurde, so geändert ( gemäß einer Patentanmeldung
DE
199 04 269 A1 von Michael Ruppel im Jahr 2000 ), dass sie technisch
verständlicher wird.
Man beachte die Metamorphose vom Ursprungsmodell zum Rupp-Motor!
Die Funktionsweise dieses Motors kann wie folgt erklärt werden:
Sämliche Heißluftmotoren folgen dem einfachen physikalischen
Prinzip: -> heiße Luft dehnt sich und kalte Luft zieht sich
zusammen.
Ausgangslage: Das Schwungrad dreht sich entgegen dem Uhrzeigersinn
und bewegt den Kolben zum oberen Totpunkt (OT) , dann wird die aufgeheizte
Luft in den Kühlbereich gelenkt und kann sich dort abkühlen,
d.h. im System entsteht Unterdruck und der Kolben wird zum OT gezogen.
Im OT erfolgt der Druckausgleich. Das Schwungrad bewegt den Kolben weiter
Richtung unteren Totpunkt (UT) und verschließt die Öffnung.
Jetzt kann der Verdränger kalte Luft in den Heizbereich schicken,
d. h. im System steigt der Druck und der Kolben wird zum UT gedrückt.
Im UT erfolgt wieder Druckausgleich. Das Spiel beginnt von vorne.
Die Laufrichtung des Manson-Stirling ist wie beim Ringbom-Stirling
und thermoakustischen Motor beliebig und ist leicht umsteuerbar.
Der Verdrängerkolben ist thermisch vom Arbeitkolben isoliert,
da sich der Arbeitskolben immer im Kühlbereich befindet.
Versucht man den Kreisprozess eines Manson-Stirling in einem idealisierten
pV-Diagramm
darzustellen, dann sind Ähnlichkeiten mit dem des Stirling-Prozesses
zu erkennen.
Die frühere Aussage, das pV-Diagramm des Manson-Stirling habe
Ähnlichkeiten mit dem Kreisprozess einer Gasturbinenanlage (Ericsson-Prozess),
kann - nach dem Hinweis eines aufmerksamen Besuchers dieser Seite - nicht
mehr aufrecht erhalten werden.
Meine Annahme es fände eine isobare Expansion statt, wenn der
Kolben von OT nach UT geht, ist falsch, denn dann könnte bei UT keine
warme Luft entweichen, d.h. es hat zuvor ein Druckanstieg stattgefunden!!
Umgekehrt findet, bevor der Kolben von von UT nach OT geht, ein Druckabfall
statt.
Warum die Leistung des Manson-Stirling besser ist, als die eines
vergleichbaren Stirlingmotors, kann ich mir nur so erklären,
dass die Ecken des pV-Diagramms besser ausgefahren werden und damit mehr
dem idealen Carnot-Prozess nahekommt.
Einige allgemeine Bemerkungen zu Heißluft- bzw.
Stirlingmotoren:
Iin der Presse taucht immer wieder euphorisch die Meldung auf => der
Stirlingmotor hat eine große Zukunft.
Ich habe mich schon einige Zeit mit Heißluftmotoren beschäftigt,
zwar nicht mit Leistungsstirlingmotoren, sondern mit Modellmotoren.
Grundsätzlich sind die Erfahrungen auch auf den Leistungsbereich
übertragbar ( bevor die ersten bemannten Flugzeuge in die Luft gingen,
gab es erstmal Versuche mit Modellflugzeugen).
Meine Versuche bezüglich Stirlingmotoren beschränken sich
auf die grundsätzlichen Varianten der verschiedenen Heißluftmotoren,
dennoch wage ich Rückschlüsse auf Leistungsstirlingmotoren
zu ziehen.
Bei den Leistungsstirlingmotoren ist der technische Aufwand enorm,
um z.B. einen Wirkungsgrad von ca. 40% zu erhalten.
Das Problem aller Heißluftmaschinen ist die notwendige große
Temperaturdifferenz und die hohen Arbeitsdrücke des Gases, um einen
vernünftigen Wirkungsgrad und Leistung zu erzielen und das ist technisch
nicht einfach zu beherrschen. Die hohen Temperaturdifferenzen lassen sich
meiner Meinung nach momentan nur mit fossilen Brennstoffen erzielen und
da sind die Verbrennungsmaschinen und Gasturbinen den Heißluftmaschinen
noch überlegen. Wenn der Wirkungsgrad nicht die Rolle spielt, dann
ist mit der Sonnenergie einiges zu machen.
Ich sehe die praktische Anwendung von Stirlingmotoren in der Zukunft
auch eher in der Ausnutzung der Sonnenenergie.
Bei Verwendung von fossilen Brennstoffen scheint mir ein auf
konstante Drehzahl optimierter Diesel- oder Gasmotor mit einem Wirkungsgrad
von 45 % günstiger und ausgereifter (auch was die Lebensdauer anbetriftt)
zu sein, als ein Stirlingmotor mit einen praktischen Wirkungsgrad von 40
% ( der theoretische Wirkungsgrad des Carnot-Prozesses liegt bei
ca. 66-67%, der des Stirlingprozesses bei ca. 52 %). Die Wirkungsgrade
beziehen sich auf eine max. Temperatur von ca. 800-900 Grad Kelvin, bei
einer Umgebungstemperatur von ca. 300 Grad Kelvin.
Der reale Stirlingprozess hat wegen der abgeführten Wärme
einen kleineren Wirkungsgrad als der Carnot-Prozess.
Wenn ich meine Modell-Heißluftmotoren unter dem Gesichtspunkt
Leistung betrachte, dann muß ich die Motoren geradewegs auf den Müll
befördern.
Da setze ich z.B. einen Brenner (Teelicht oder Spiritusbrenner), der
eine Leistung von ca. 10-100 W! hat ein, und heraus bekomme ich, selbst
wenn ich alles gut und optimiert gefertigt habe, vielleicht eine Leistung
mechanisch oder elektrisch von 1-10 W heraus. Grob überschlagen kommt
da nur 1/10 der eingesetzen Leistung raus. Das ist eine Leistunggsbilanz!
Bei einem mit Sonnenenergie betriebenen Stirlingmotor spielt der Wirkungsgrad
nicht die entscheidende Rolle, da Sonnenenergie praktisch unbegrenzt zur
Verfügung steht. Vermutlich ist es der richtigere Weg einen Low Temperature
Difference Stirling (LTD-Stirling) mit größerer Leistungausbeute
zu konzipieren, nur ist mit der Sonneneinstrahlung in unseren Breitengraden
auch nicht gerade der Blumentopf mit dem Stirling-Prozess zu gewinnen.
Ich gebe da den Solarzellen für die Zukunft mehr Chancen, da diese
auch bei bedecktem Himmel noch etwas Strom liefern können.
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